RÜCKBLICK / BERICHTE |
| Einstelldatum: 31.05.2006 | |
| von: 18.05.2006 bis: 27.05.2006 | |
| Die 16. WM der Klasse 2 ist nun Geschichte. Nach 7 Durchgängen mit zum teil sehr guten Wetterbedingungen und spannenden Rennen konnte ich meinen Titel verteidigen. Abgeflogen sind Stefania, klein Tomas, ich (für mich war es ein Familienurlaub) sowie das Italienische Nationalteam am 12. Mai von Malpensa (Italien) nach Miami. Dort verbrachten wir auch die Nacht und am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Mietauto Richtung Quest-Air. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Abstecher nach Palm-Beach und bei der Wallaby Ranch. Malcolm Jones, der Besitzer der Ranch freute sich über meinen unerwarteten Besuch und meinte später auch ich könnte bei ihm für die Zeit der WM bleiben. Da der Weg von der Wallaby Ranch bis Quest-Air nur eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt ist, nahm ich sein Angebot dankend an. Er stellte uns seine beste “Hütte“ zur Verfügung und so hatten wir drei eine super Bleibe für die ganze Zeit. Überhaupt hat Malcolm mit seiner Ranch wahrlich ein kleines Paradies für Drachenflieger geschaffen. Ein riesiges Arial, umringt von Wald, bietet für jede Windrichtung ideale Schlepp- und Flugbedingungen und das alles mit einer super Atmospfäre. Mehr Infos zur Wallaby Ranch unter: www.wallaby.com Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Quest-Air. Zu meiner Überraschung waren unsere Swifts, der von Steve Cox und meiner, schon angekommen. An dieser Stelle nochmals danke an Aeriane und Robin Hamilton für die Organisation des Transports. Geschützt in einer großen Holzkiste überstanden unsere Fluggeräte den Transport unbeschadet. An den folgenden Tagen machten wir einige Trainingsflüge. Einmal bin ich mit Steve für ein Weilchen geflogen und ein andermal mit Robin Hamilton. Steve (übrigens auch der amtierende Gleitschirmweltmeister!) hat seinen Swift-Light nagelneu in Florida erhalten. Endlich hatte ich die Gelegenheit meinen leicht getunten (so dachte ich) Swift-Light (mit Ruderspaltabdeckung, Zackenbandturbulator, Winglett-Randkappen sowie einer “verschönerten Eintritskannte“) gegen einen Fabriks Swift-Light im Flug zu Vergleichen. Ich war eigentlich der Überzeugung, daß einige dieser Maßnahmen zumindest einen kleinen Vorteil im schnellen Gleiten bringen würden. Aber nach einigen langen Gleitstrecken mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten konnte ich keinen Unterschied gegenüber Steve's Swift feststellen! Jammer, Jammer.... Hingegen trat Robin mit dem Klafsky Cage (dieses sehr schöne voll CFK Cage verwendete ich bei der letzten WM 2004 in Greifenburg/ Österreich) diesmal an und er hatte schon einen kleinen Vorteil im schnellen Gleiten. Jedenfalls deutlich genug um im Wettbewerb einen Vorteil zu haben. Na ja, schaun ma a moi... dachte ich. 1. Task: Quest-Fantasy-Turn 33-Goal Quest, 123 km. Zwei Mögliche Startzeiten: 13:00 und 13:30 Das Wetter war ausgezeichnet mit guter Thermik, wenig Wind und es war gleich die Richtige Entscheidung den ersten Startzeitpunkt zu nehmen. Robin und ich konnten uns bald etwas absetzten und ich hatte meine Mühe mit Robin mitzuhalten. Auf dem Weg zur zweiten Wende machte ich gleich einige kleine Fehler und Robin war Voraus. Mir war dann keine Thermik zu gut, sodaß ich teilweise niedrig weiterflog. Robin holte den Tagessieg mit einer Zeit von 1h42min. Ich brauchte 15 min länger und dritter wurde Steve, nicht schlecht für seinen ersten Swift-Durchgang. Nach diesem Durchgang war ich mir schon fast sicher, daß es sehr schwer werden würde Robin zu schlagen. Er ist nicht nur ein ausgezeichneter Pilot mit viel Erfahrung, sondern hat auch den Gleitvorteil mit seinem Carboncage. 2. Task: Quest-Wallaby Ranch-Dallas-Goal Quest. 175 km. Die Bedingungen waren anfangs ganz gut und die meisten flogen um 12:45 ab. Der anfangs schwache bis mäßige Westwind wurde Nachmittags immer stärker und Richtung zweiter Wende (Dallas) war auch ziemlich Blau. Nur weiter Östlich waren brauchbare Wolken zu sehen, was aber einen beträchtlichen Umweg bedeutete. In dem “blauen Loch“ entwickelten sich aber hin und wieder kleine zerrissene Cumuli. Mittlerweile war ich etwas voraus und versuchte zur zweiten Wende zu fliegen. Der Wind hatte inzwischen auf etwa 30 km/h aus West, also ziemlich 90 Grad Seitenwind, aufgefrischt. Die Thermik war sehr zerrissen und schwer zu “greifen“. Dennoch versuchte ich eine Stelle anzufliegen, von der ich mir Thermik erhoffte. Ich kam immer tiefer und mußte mich entscheiden: Fliege ich stur weiter und lande möglicherweise gleich oder drehe ich um, fliege mit dem Wind und finde noch Thermik? Ich entschied mich für die zweite Version und flog tief mit dem Wind über die Felder, bereits nach einer Landemöglichkeit Ausschau haltend. Bereits sehr tief (100 m über Grund?) gab es die ersten “Reißer“, aber von Steigen konnte noch keine Rede sein. Nach einigen Suchkreisen fand ich tatsächlich eine Ablösung und stellte meinen Swift-Light in enge, teils steile Kreise in die Thermik. Langsam ging es wieder nach oben, aber auch der Windversatz war beträchtlich. So driftete ich zu den weiter östlich gelegenen Wolken und flog, wenn es die Höhe erlaubte, zu den größeren Cumuli hin. Nach einer kleinen Ewigkeit erreichte ich wieder die Wolkenbasis und kämpfte mich gegen den Wind zur zweiten Wende. Nach diesem beträchtlichen, aber einzig möglichen Umweg erreichte ich relative hoch die zweite Wende. Etwa 10-15 km nach der Wende, richtung Quest, sah ich einen Swift in einem schwachem Steigen. Es war Robin, noch auf dem Weg zur letzten Wende. Ich flog aber an ihm vorbei und konnte dann östlich vom Kurs wieder Thermik finden, die mich wieder fast zur Wolkenbasis brachte. Der Endanflug war dann kein großes Problem mehr. Ich erreichte an diesem, sehr schwierigen, Tag als einziger Pilot das Ziel. Brian flog 128 km und Robin 112 km. Mit diesem Flug konnte die Gesamtführung übernehmen. 3. Task: Quest-Fantasy-Clinton-Colman-Turn33-Goal Quest: 176 km Alle sechs Swift-Light erreichten das Ziel. Dieser Tag startete als Race, alle hatten die gleiche Startzeit um 12:45 und es war schön anzusehen, wie beim Abflug sich alle Swifts gemeinsam auf den Kurs begaben. Die Bedingungen waren wiederum sehr gut und wir hatten unterwegs kaum Probleme. Abermals konnte ich mich von den Anderen absetzten. Manchmal hatte ich leichte Vorteile in der Thermik, beim exakteren zentrieren und auch verlagern hatte ich öfters das besseres “Gespür“, sodaß ich meistens früher die Wolkenbasis erreichte und früher abfliegen konnte. Eine Schnittgeschwindigkeit von 59 km/h sowie der Tagessieg waren dann die Belohnung für mich. Zweiter wurde diesmal Brian Porter, Swift-Pilot der ersten Stunde, und dritter Robin. 4. Task: Quest-T27544-Famish-Mascot-Dallas-Goal Quest: 222 km Laut Davis Straub und der Wettervorhersage sollte dies einer der besten Frühlingstage in Florida werden. Der Task wurde richtig gesetzt und 5 Swift Piloten erreichten das Ziel. Wieder war ich der erste im Ziel, mit einer Zeit von 4:30, gefolgt von Robin und Brian. Die nächsten zwei Tage wurde aus Wettergründen (dichte hohe Zirrenbewölkung) nicht geflogen und viele haben diese Tage für Ausflüge und andere Unternehmungen genutzt. 5. Task: 127 km Ziel-Rück Die hohe Zirrenbewölkung war am Morgen und Vormittag noch immer da und es sah eigentlich nicht gut aus. Doch dann kam die Sonne immer mehr heraus und wir starteten später einen Durchgang. Nach dem Airstart um 13:45 ging es Richtung Norden zur Wende und der Tag wurde besser als zuerst Erwartet. Mit Steigwerten bis 6m/sec. und einer fürs Flachland hoher Wolkenbasis (2300 NN) konnten wir einen guten Schnitt fliegen. In knapp 2 Stunden flog ich wieder als erster ins Ziel. Zweiter wurde der Kanadier Armand Acchion mit 11 Minuten Rückstand knapp vor Robin Hamilton. Wieder kamen 5 Piloten ins Ziel, nur Steve Cox mußte Außenlanden. Tags darauf wurde dann der Durchgang, wegen einem Gewitter, in der Luft annulliert. Brian und ich flogen auf dem Rückweg von der Wende, die auch diesmal nördlich von Quest war, an dem Gewitter außen herum. Wir flogen dabei ziemlich weit im Westen und konnten auch die Westküste von Florida schon deutlich sehen. Wenn ich etwas länger da draußen gewartet hätte, dann wäre ich wahrscheinlich später noch bis Quest zurückgekommen. So flog ich aber noch durch einen Regenschauer und es spülte mir förmlich vom Himmel. So landete ich 13 km von Quest entfernt und es war auch meinen einzige Außenlandung bei dieser WM. Wir, in der Klasse 2, hatten das Goal immer bei Quest-Air, so war es sehr Angenehm zu Mittag den Swift für den Durchgang zu starten, den Task zu fliegen und dann wieder am Ausgangspunkt zu landen, den Swift-Light verzurren und das gleiche Spiel am nächsten Tag zu wiederholen. Task 6: Ziel-Rück mit 175 km Obwohl die Gewitterwahrscheinlichkeit bei 40% war gab es einen schnellen Durchgang. 5 Swifts erreichten das Ziel bevor ein Gewitter über Quest hinwegzog. Die Bedingungen waren an diesen Tag bis zur Überentwicklung wieder sehr gut. Starkes Steigen und gute Wolkenbildung machte ein Vorankommen leicht. Dritter wurde Armand, zweiter Robin und ich gewann wieder einen weiteren Task. Task 7: ein 123 km Ziel-Rück mit zwei Wendepunkte Dieser Durchgang war auch der letzte bei dieser WM. Armand war nur wenige Punkte hinter Brian auf Platz 4. Zwischen diesen beiden Piloten sollte es also noch mal Spannend werden. Der Luftstart war sehr früh um 12:15. Die Wolkenbasis war gerage einmal auf 1000 m NN und die Thermik war noch sehr schwach. Genau mein Wetter, es ist immer wieder eine Freude den Swift-Light in diesen superschwachen Bedingungen zu fliegen. Kaum ein anderes Fluggerät kann da mithalten. Zur ersten Wende (im Norden- Turn 33) konnte nur Brian Porter mit mir mithalten, die anderen waren schon durchwegs eine Thermik zurück. Nach der ersten Wende flog Brian eine andere Route und war dann auch schon gleich fast am Boden. In etwa 70 m, er war gerade im Queranflug zur Landung, konnte er eine Ablösung noch nutzen und dann seinen Flug noch fortsetzten. Armand hatte weniger Glück. Er riskierte wahrscheinlich noch etwas mehr und mußte nach der zweiten Wende Außenlanden. Auch ich hatte etwas Aufenthalt an dieser Wende (es regnete dort lokal) und mußte einen Umweg fliegen. Der Weg zurück nach Quest war dann aber wieder leicht und wiederum flog ich als erster über das Ziel. Zweiter wurde an diesem Tag Steve Cox und dritter Robin. Steve kam auch von Tag zu Tag besser mit seinem neuen Swift-Light zurecht und in Zukunft wird er ein starker Gegner bei Klasse 2 Wettbewerben sein. In der Gesamtwertung belegte Robin Hamilton Platz 2, dritter wurde Brian Porter gefolgt vom Kandier Armand Acchione sowie Steve Cox auf dem fünften Platz. Fliegerisch konnte diese WM überzeugen. Wir hatten durchwegs gutes Wetter und auch der Ablauf des Schleppbetriebs war gut organisiert. Nur fand diese WM unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt! Es wurde absolut keine Reklame oder sonstiges unternommen, wo es hinweise für eine Weltmeisterschaft gab. Keine Presse nichts.. eigentlich unglaublich, daß die Amis auch noch von der bestorganisierten WM sprachen!!...??? Da war die letzte WM in Greifenburg (Österreich 2004) um ein vielfaches besser Organisiert. Von meinen mittlerweile 11 teilnahmen an Weltmeisterschaften behaupte ich, daß diese WM in Greifenburg die beste bisher war. Auch hoffe ich, daß in Zukunft die Klasse 2 mehr Teilnehmer sehen wird. Mit dem Archaeopteriyx kommt nächstes Jahr ein weiteres Klasse 2 Gerät auf den Markt. Dann wird diese Klasse auch nicht mehr Swift-Klasse heißen, wie bisher. |
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